FORUM SCHULTHEATER

TheaterLabor

[Zeitschrift für Theaterpädagogik]

AUTOPIA – Menschen. Maschinen. Probleme?“

Ein Diskursstück zur gesellschaftlichen Meinungsbildung

Frederik Hochheimer
Frederik Hochheimer 

Thea­ter­päd­ago­ge (B.A.), Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter an der Hoch­schu­le Osnabrück / Insti­tut für Theaterpädagogik.

Frederik Hochheimer
Frederik Hochheimer 

Thea­ter­päd­ago­ge (B.A.), Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter an der Hoch­schu­le Osnabrück / Insti­tut für Theaterpädagogik.

Der fol­gen­de Bei­trag gehört zum Digi­tal­teil der Zeit­schrift für Thea­ter­päd­ago­gik, Aus­ga­be 78. 

Einleitung

Die Büh­ne ist dun­kel. Seit­lich ein­fal­len­des, blau­es und rotes Schlag­licht kon­tu­riert die zwei Spieler*innen, die sich lang­sam mit schlin­gen­den Armen, gleich einem pul­sie­ren­den Unter­was­ser­le­be­we­sen auf der Jagd, in Rich­tung Zuschau­er­raum arbei­ten. Der Text wird cho­risch gespro­chen: „Ihr [die Mensch­heit] zieht in ein bestimm­tes Gebiet und ver­mehrt euch, bis alle natür­li­chen Res­sour­cen erschöpft sind. Und der ein­zi­ge Weg zu über­le­ben ist die Aus­brei­tung auf ein ande­res Gebiet. Es gibt noch einen Orga­nis­mus auf die­sem Pla­ne­ten, der genau­so ver­fährt. […] Das Virus! Der Mensch ist eine Krank­heit, das Geschwür die­ses Pla­ne­ten.“ Cut – Licht. Eine drit­te Spie­le­rin tritt nach vor­ne und wen­det sich an das Publi­kum: „Ok. Wer hat Angst vor künst­li­cher Intelligenz?“

Wir sind mit­ten­drin in der Insze­nie­rung „AUTOPIA – Men­schen. Maschi­nen. Pro­ble­me?“ am Insti­tut für Thea­ter­päd­ago­gik der Hoch­schu­le Osnabrück/Lingen. Es geht um die Uto­pie des auto­no­men Fah­rens – also des Fah­rens (bes­ser: des Gefah­ren­wer­dens) in Autos ohne Lenk­rad, ohne Peda­le und ohne Fahrer*in -, in Robo­cars, die auf Grund­la­ge künst­li­cher Intel­li­genz (kurz KI) navi­gie­ren. Es geht dar­um, in Unfall­si­tua­tio­nen abzu­wä­gen und mora­li­sche Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Es geht um den Ein­fluss der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on auf unse­re Zukunft und um die Fra­ge, wie wir die­se Zukunft gestal­ten wollen.

Die Insze­nie­rung „AUTOPIA – Men­schen. Maschi­nen. Pro­ble­me?“ ist Teil des inter­dis­zi­pli­nä­ren For­schungs­pro­jek­tes „DeFrAmE (Demo­kra­tie des Fah­rens – Sol­len Autos mora­li­sche Ent­schei­dun­gen tref­fen?)“ an der Hoch­schu­le Osna­brück. Zie­le des Pro­jekt­teams aus Sozi­al- und Rechtswissenschaftler*innen und Theaterpädagog*innen waren, die mit dem auto­no­men Fah­ren ver­bun­de­nen Her­aus­for­de­run­gen, Nut­zungs­aspek­te und ethi­schen Impli­ka­tio­nen thea­tral erfahr­bar zu machen und die Ein­stel­lung des Publi­kums zum auto­no­men Fah­ren zu unter­su­chen. Im Mit­tel­punkt des Pro­jek­tes stan­den die ins­ge­samt sechs Vor­stel­lun­gen Anfang 2020 im Burg­thea­ter Lingen/Institut für Thea­ter­päd­ago­gik und im emma-thea­ter Osna­brück sowie die beglei­ten­de quan­ti­ta­ti­ve Stu­die im Vor­her-/Nach­her­de­sign.

Digitale Transformation und die Ethik des autonomen Fahrens

Die „Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on“[1] wird zur­zeit als der tech­no­lo­gi­sche Umbruch des 21. Jahr­hun­derts gewer­tet. In ihrer dis­rup­ti­ven Qua­li­tät oft­mals mit den indus­tri­el­len Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­sen des 19. und frü­hen 20. Jahr­hun­derts gleich­ge­setzt, wird sie unse­re öffent­li­chen und pri­va­ten, beruf­li­chen und nicht­be­ruf­li­chen Räu­me durch­drin­gen und damit die öko­no­mi­schen und sozia­len Ver­hält­nis­se grund­le­gend ver­än­dern.[2] So hat sich zum Bei­spiel im Zuge der Coro­na-Pan­de­mie auf beein­dru­cken­de Wei­se gezeigt, wie schnell sich gesell­schaft­li­che Teil­be­rei­che ins Digi­ta­le über­füh­ren las­sen kön­nen.[3] Als ein Aspekt die­ses Wan­dels steht das auto­no­me Fah­ren im Mit­tel­punkt der gesell­schaft­li­chen Aufmerksamkeit.

Bleibt der voll­au­to­no­me Ver­kehr aufs Wei­te­re auch eine Visi­on, so doch eine, die tech­nisch mög­lich zu sein scheint und von der Indus­trie und den Unter­neh­men eif­rig vor­an­ge­trie­ben wird.[4] Gesell­schaft­li­che und ethi­sche Fra­gen, die mit der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on ein­her­ge­hen, ver­dich­ten sich hier exem­pla­risch: Recht­fer­tigt das uti­li­ta­ris­ti­sche Kal­kül einer „glück­li­chen“ Gesell­schaft (Stich­wort: Visi­on Zero )[5] die zuneh­men­de Über­wa­chung mit­tels Data­fi­zie­rung der Lebens­be­rei­che?[6] Wie auto­nom bleibt der Mensch? Und – sozu­sa­gen die Gret­chen­fra­ge – dür­fen Maschi­nen mora­li­sche Ent­schei­dun­gen treffen?

In einer unver­meid­ba­ren Unfall­si­tua­ti­on hät­te ein Robo­car, anders als ein mensch­li­cher Fah­rer, die Mög­lich­keit, die zu erwar­ten­den Schä­den auf­zu­rech­nen und zu ver­tei­len. Ein Sze­na­rio unter der Vor­aus­set­zung, dass es für eine Voll­brem­sung in jedem Fall zu spät ist: In Mil­li­se­kun­den könn­ten die Algo­rith­men ent­schei­den, ob das Auto den Kurs hält und damit meh­re­re Per­so­nen, die bspw. auf die Fahr­bahn gesprun­gen sind, zu über­fah­ren droht, oder ob es aus­weicht und damit eine unbe­tei­lig­te Per­son am Stra­ßen­rand gefähr­det. Und was, wenn die Men­schen auf der Stra­ße Pen­sio­nä­re wären und die Per­son am Stra­ßen­rand ein Schul­kind? Sol­che Gedan­ken­ex­pe­ri­men­te im Stil des berühm­ten „Trol­ley-Pro­blems“[7], in denen Men­schen­le­ben quan­ti­fi­ziert und qua­li­fi­ziert wer­den müs­sen, will man denn eine Ent­schei­dung tref­fen, zei­gen auf, in wel­che mora­li­schen Dilem­ma-Situa­tio­nen uns das auto­no­me Fah­ren brin­gen wird. Sie las­sen uns mit der Fra­ge zurück: „Was soll ich tun?“ Oder bes­ser: Was sol­len wir tun?

Die Fra­ge zielt auf die Ethik und sie gilt es im Kon­text intel­li­gen­ter Maschi­nen, wie sie im voll­au­to­no­men Stra­ßen­ver­kehr zum Ein­satz kom­men müss­ten, zu dis­ku­tie­ren – im Spe­zi­el­len und hin­sicht­lich der digi­ta­len Ver­än­de­run­gen der Gesell­schaft im All­ge­mei­nen. Hier leis­tet das Pro­jekt „Deframe“ und die Insze­nie­rung „AUTOPIA“ sei­nen Beitrag.

Inszenierung als diskursive Struktur

„Wer hat Angst vor künst­li­cher Intel­li­genz?“ Die­se Fra­ge steht im Thea­ter­raum. Hüs­teln, lei­ses Lachen, zöger­li­che Mel­dun­gen. Kein Wun­der, dass künst­li­che Intel­li­genz (KI) mit Ängs­ten oder zumin­dest Skep­sis behaf­tet ist, kom­men künst­lich intel­li­gen­te Sys­te­me in zeit­ge­nös­si­schen Erzäh­lun­gen (beson­ders in Hol­ly­wood­fil­men) doch zumeist schlecht weg. So ist die ein­gangs erwähn­te Chor­pas­sa­ge aus dem Stück­text – den Lesen­den mag es auf­ge­fal­len sein – ein Zitat aus dem Film Matrix.[8] Neben sol­chen moder­nen Mythen hängt die Skep­sis gegen­über KI sicher­lich auch mit der ver­ste­hens­schwie­ri­gen Begriff­lich­keit zusam­men. Auch wenn es der Begriff nahe­legt, ist das, was heu­te unter „künst­li­cher Intel­li­genz“ exis­tiert, nicht mit mensch­li­cher Intel­li­genz ver­gleich­bar.[9] Zurück zu der Ein­gangs­fra­ge: Rhe­to­risch, wie sie gestellt war, ver­klingt sie und die Spieler*innen set­zen zu einer Mini Lec­tu­re an, die das The­ma KI abseits von dys­to­pi­schen Vor­stel­lun­gen ein­zu­ord­nen sucht. So folgt die Insze­nie­rung einer dis­kur­si­ven Struk­tur. Argu­men­te für und wider das auto­no­me Fah­ren wer­den prä­sen­tiert und gegen­über­ge­stellt: Die Ver­bes­se­rung der Sicher­heits­la­ge im Stra­ßen­ver­kehr auf der einen – ein mas­si­ver Ein­griff in die infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung auf der ande­ren Sei­te. Effek­ti­ve­re, kli­ma­scho­nen­de und chan­cen­glei­che Mobi­li­tät[10] hier – das Dilem­ma „mora­li­scher“ Maschi­nen dort … . Der Thea­ter­abend ver­steht sich so, ganz im Sin­ne sei­ner grie­chisch-anti­ken Wur­zeln, als deli­be­ra­ti­ves Forum. Die Deli­be­ra­ti­on, die Bera­tung und Ent­schei­dungs­fin­dung, das Ein­be­zie­hen der Öffent­lich­keit in die drän­gen­den Ange­le­gen­hei­ten der Polis-Gemein­schaft, war zen­tra­ler Bestand­teil der anti­ken Auf­füh­rungs­for­men. Das Pro­jekt „Deframe“ knüpft hier an, indem es sein The­ma über das Thea­ter in die Gesell­schaft spielt und zur Aus­ein­an­der­set­zung und Stel­lung­nah­me ein­lädt. Einer­seits durch das Erhe­bungs­set­ting der quan­ti­ta­ti­ven Befra­gung und ande­rer­seits über die Begeg­nung an den Spiel­or­ten selbst. So erleb­ten wir nach den Auf­füh­run­gen sehr ange­reg­te und teil­wei­se bis weit über den „offi­zi­el­len Teil“ hin­aus­ge­hen­de Gesprä­che und Dis­kus­sio­nen unter den Zuschau­en­den. Kon­zep­tio­nell haben wir die­sem Ansatz Rech­nung getra­gen, indem wir die „Pros“ und „Con­tras“ zum The­ma mög­lichst aus­ba­lan­ciert dar­zu­stel­len such­ten. Wir woll­ten kei­ne Mei­nung vor­ge­ben, son­dern zur Mei­nungs­bil­dung einladen.

Wissensvermittlung als Schauereignis

„Kon­trol­le bei 3. Kon­trol­le bei 2. Kol­li­si­on steht bevor. Rufe Ethik­pro­to­koll ab – lei­te Manö­ver­op­ti­on ein.“ Zwei Spieler*innen spre­chen cho­risch, gelas­sen, den – nen­nen wir es – Sub­text des auto­no­men Autos. Wäh­rend die so ver­kör­per­te KI den pas­sen­den Ethik-Algo­rith­mus für den dro­hen­den Crash zurecht­legt, sehen wir die drit­te Spie­le­rin, die als Pas­sa­gie­rin über ein live Kame­ra­bild über­groß an die rück­wär­ti­ge Wand des Thea­ter­raums pro­ji­ziert ist. Unbe­fan­gen sin­niert sie dem letz­ten Vor­schlag, den die audi­tive Schnitt­stel­le im Fahr­zeu­g­in­nen­raum gemacht hat, nach: „Auf unse­rer Stre­cke liegt eine neue vega­ne Stra­ßen­kü­che. Die Bewer­tun­gen sind über­durch­schnitt­lich. Wünschst du, dass ich hal­te?“ – „Kon­trol­le bei 1. Auf Kol­li­si­on vor­be­rei­ten. 10, 9, 8, 7, …“- free­ze. Die Spieler*innen lösen das Bild auf. Die Sze­ne lässt sich jetzt von außen betrach­ten. Die am Crash betei­lig­ten Figu­ren kom­men zu Wort. Der „Ent­schei­dungs­al­go­rith­mus“ wird befragt – ist es gerecht­fer­tigt, das Leben der Pas­sa­gie­rin zu ris­kie­ren, gar zu instru­men­ta­li­sie­ren, wenn das den gerings­ten „Gesamt­scha­den“ ver­spricht? Das Thea­ter­er­leb­nis lädt auf eine Wei­se ein, dem The­ma zu begeg­nen, die ein Vor­trag oder eine Podi­ums­dis­kus­si­on so nicht leis­ten könn­ten. Die ästhe­ti­sche Bear­bei­tung des Gegen­stands spricht eine ande­re Form der Wahr­neh­mung und des Erken­nens an, die nicht auf Ein­deu­tig­keit und kla­re Begriff­lich­kei­ten setzt. Ursu­la Brand­stät­ter beschreibt in ihrem Buch Grund­fra­gen der Ästhe­tik, dass ästhe­ti­schem Wahr­neh­men und Erken­nen ein diver­gen­tes, also aus­ein­an­der­stre­ben­des Den­ken nach­folgt: „Die Ver­wie­sen­heit auf das Beson­de­re und grund­sätz­lich Offe­ne der sinn­li­chen Erschei­nung hat ein diver­gen­tes Den­ken zur Fol­ge. Diver­gen­tes Den­ken ist an einer Viel­zahl von Inter­pre­ta­tio­nen, Pro­blem­sich­ten und Lösun­gen inter­es­siert, im Unter­schied dazu ori­en­tiert sich kon­ver­gen­tes Den­ken an der einen wah­ren Erkennt­nis.“[11] Wir woll­ten das Publi­kum nicht mit „wah­ren Erkennt­nis­sen“ aus den Vor­stel­lun­gen ent­las­sen, son­dern idea­ler­wei­se eine Fül­le an Fra­gen und eine Lust, sich die­sen (gemein­sam) zu wid­men, generieren.

Die­se Ver­bin­dung aus the­tra­ler Ver­hand­lung, Lec­tu­re und ästhe­ti­schem Schauer­eig­nis bezeich­nen wir im Kon­text der Theo­rie­bil­dung mit den Begrif­fen „Dis­kurs­stück“ und „Info­tain­ment“. Sie ver­wei­sen auf die Ver­bin­dung von Wis­sens­ver­mitt­lung, pro­duk­ti­ver Irri­ta­ti­on und Dis­kurs­dar­stel­lung mit­tels einer Auf­füh­rung. Dabei gilt es auch dem Anspruch der Unter­hal­tung zu genü­gen, indem der Thea­ter­abend gleich­zei­tig anspre­chend und kurz­wei­lig sein soll. Ob die­ser Anspruch gelingt, kann nur sub­jek­tiv ent­schie­den wer­den. Gleich­wohl konn­ten wir nach den Auf­füh­run­gen von „AUTOPIA“ eine gro­ße Dis­kus­si­ons­lust unter den Zuschau­en­den beob­ach­ten. Die­ser vom Stück gesetz­te Impuls war auch für die am Pro­jekt betei­lig­ten Sozialwissenschaftler*innen der Hoch­schu­le wich­tig, die die Ein­stel­lung der Zuschau­en­den zu ethi­schen Fra­gen des auto­no­men Fah­rens quan­ti­ta­tiv unter­such­ten. An zwei Mess­zeit­punk­ten – vor und nach den Vor­stel­lun­gen – konn­ten die Zuschau­en­den anonym und auf frei­wil­li­ger Basis einen Fra­ge­bo­gen aus­fül­len. Die zen­tra­len Ergeb­nis­se der Daten­er­he­bung (Manage­ment Sum­ma­ry) sind über die Pro­jekthome­page der Hoch­schu­le abruf­bar.[12] Im Kern las­sen sich zwei Aus­sa­gen tref­fen: (1.) Das Ver­trau­en ins auto­no­me Fah­ren ist abhän­gig vom Grad der Infor­miert­heit und (2.) die Thea­tra­le Inter­ven­ti­on wur­de als wir­kungs­vol­le Form wahr­ge­nom­men, um das Inter­es­se am The­ma zu stei­gern und die Mei­nungs­bil­dung zu fördern.

Fazit

Kurz nach der letz­ten Vor­stel­lung von „AUTOPIA“ am 28. Febru­ar 2020 in Osna­brück wur­de das öffent­li­che Leben in Deutsch­land und Euro­pa im Zuge der Coro­na-Pan­de­mie her­un­ter­ge­fah­ren. Der ers­te Lock­down trat in Kraft und die Bürger*innen sahen sich tief­grei­fen­den per­sön­li­chen und gesell­schaft­li­chen Ver­än­de­run­gen aus­ge­setzt. Gedan­ken­ex­pe­ri­men­te über die „Ver­re­chen­bar­keit“ von Men­schen­le­ben und das Abwä­gen gesell­schaft­li­cher Wer­te wur­den plötz­lich mit Blick ins ita­lie­ni­sche Ber­ga­mo gespens­ti­sche Rea­li­tät. Viel­leicht erst der Auf­takt in ein an Umbrü­chen – so ist es anzu­neh­men – nicht armes Jahr­hun­dert. Das Pro­jekt „Deframe“ hat gezeigt, dass das Thea­ter der Ort sein kann, an dem wir uns ganz kon­kret mit die­sen Umbrü­chen und den dar­in auf­ge­ho­be­nen Ängs­ten, Vor­be­hal­ten und Chan­cen aus­ein­an­der­set­zen kön­nen. Die Ver­bin­dung von wis­sen­schaft­li­chem Fach­wis­sen mit den Ver­mitt­lungs­qua­li­tä­ten der Thea­ter­päd­ago­gik an dem Begeg­nungs­ort „Thea­ter“ könn­te ein wich­ti­ger Bau­stein in der demo­kra­ti­schen Erschlie­ßung und Aus­hand­lung die­ser Her­aus­for­de­run­gen werden.

 

Anmerkungen

[1] Hier ver­stan­den als „der Pro­zess der Com­pu­te­ri­sie­rung und des damit ver­bun­de­nen Ein­zugs infor­ma­ti­ons­tech­ni­scher Sys­te­me in sämt­li­che Berei­che mensch­li­chen Han­delns“ (Grimm, Petra / Keber, Tobi­as O. / Zöll­ner, Oli­ver (Hg.): Digi­ta­le Ethik. Leben in ver­netz­ten Wel­ten. Stutt­gart: Reclam Ver­lag 2019, S. 240.)

[2] Vgl. Nida-Rüme­lin, Juli­an / Wei­den­feld, Natha­lie: Digi­ta­ler Huma­nis­mus. Eine Ethik für das Zeit­al­ter der Künst­li­chen Intel­li­genz. Mün­chen: Piper Ver­lag 2018, S. 18.

[3] Online: https://blog.iao.fraunhofer.de/die-corona-pandemie-als-digitalisierungsbooster/ (Abruf: 12.01.2020)

[4] Vgl. Ben­del, Oli­ver: 350 Key­words Digi­ta­li­sie­rung. Wies­ba­den: Sprin­ger Fach­me­di­en 2019, S. 205.

[5] Die ver­kehrs­po­li­ti­sche Visi­on, die Anzahl der Ver­kehrs­to­ten mit­tels auto­no­mer Mobi­li­tät gen Null zu brin­gen. (Online: https://www.springerprofessional.de/fahrzeugsicherheit/automatisiertes-fahren/der-lange-kampf-um-vision-zero/15771248 [Abruf: 12.01.2021])

[6] Im Zuge eines voll­au­to­no­men Ver­kehrs wür­den erheb­li­che Men­gen per­so­nen- und ver­hal­tens­be­zo­ge­ner Daten anfal­len, erho­ben und aus­ge­wer­tet wer­den. (Vgl. Kuh­nert, Susan­ne: Mobi­li­tät der Zukunft. Auto­ma­ti­sier­tes und ver­netz­tes Fah­ren. In: Grimm, Petra [u.a.] (Hg.): Digi­ta­le Ethik. Leben in ver­netz­ten Wel­ten. Stutt­gart: Reclam Ver­lag 2019, S. 215.)

[7] Das „Trol­ley-Pro­blem“ (dt. Stra­ßen­bahn-Pro­blem) ist ein moral­phi­lo­so­phi­sches Gedan­ken­ex­pe­ri­ment, das in neue­rer Zeit von der bri­ti­schen Phi­lo­so­phin Phil­ip­pa Foot wie folgt gefasst wur­de: „Eine Stra­ßen­bahn ist außer Kon­trol­le gera­ten und droht, fünf Per­so­nen zu über­rol­len. Durch Umstel­len einer Wei­che kann die Stra­ßen­bahn auf ein ande­res Gleis umge­lei­tet wer­den. Unglück­li­cher­wei­se befin­det sich dort eine wei­te­re Per­son. Darf (durch Umle­gen der Wei­che) der Tod einer Per­son in Kauf genom­men wer­den, um das Leben von fünf Per­so­nen zu ret­ten?“ (Online: https://de.wikipedia.org/wiki/Trolley-Problem [Abruf: 10.01.2021])

[8] In dem moder­nen Klas­si­ker The Matrix haben künst­lich-intel­li­gen­te Maschi­nen die Mensch­heit ver­sklavt. (Regie: Geschwis­ter Wachow­ski. USA, 1999.)

[9] Vgl. Grimm, Petra / Ham­me­le, Nadi­ne: Künst­li­che Intel­li­genz: Was bedeu­tet sie für die Auto­no­mie des Men­schen? In: Grimm, Petra [u.a.] (Hg.): Digi­ta­le Ethik. Leben in ver­netz­ten Wel­ten. Stutt­gart: Reclam Ver­lag 2019, S. 157.

[10] Ein Ver­spre­chen des auto­no­men Fah­rens ist die „chan­cen­glei­che Mobi­li­tät“: Alle Bevöl­ke­rungs­grup­pen, ob jun­ge Men­schen, sehr alte Men­schen oder Men­schen mit Behin­de­run­gen, sol­len nie­der­schwel­lig dar­an par­ti­zi­pie­ren kön­nen. (Vgl. Mis­sel­horn, Cat­rin: Grund­fra­gen der Maschi­nen­ethik. Stutt­gart: Reclam Ver­lag 2018, S. 184.)

[11] Brand­stät­ter, Ursu­la: Grund­fra­gen der Ästhe­tik. Bild – Musik – Spra­che – Kör­per. Köln, Wei­mar, Wien: Böhlau Ver­lag 2008, S. 104.

[12] Online: https://www.hs-osnabrueck.de/deframe/ (Abruf: 10.01.2021)

Fotos: Aile­en Rog­ge; Ava­tar­fo­to: Jut­ta Wald­helm, www.2fotografieren.de

Erstellt: 1. Juni 2021 
Aktua­li­siert: 22. Juli 2021 

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