FORUM SCHULTHEATER

TheaterLabor

Chorische Formate:

Online-Mimik-Chor

Harald Volker Sommer
Harald Volker Sommer 

Mag. Phil., Thea­ter­päd­ago­ge BuT®, Regis­seur, Lehr­be­auf­trag­ter. Vor­stands­mit­glied des inter­na­tio­na­len Ama­teur­thea­ter­ver­ban­des (AITA).

Harald Volker Sommer
Harald Volker Sommer 

Mag. Phil., Thea­ter­päd­ago­ge BuT®, Regis­seur, Lehrbeauftragter.
Vor­stands­mit­glied des internationalen
Ama­teur­thea­ter­ver­ban­des (AITA).

Fort­set­zung: Die fol­gen­den Übun­gen ergän­zen den Bei­trag „Digi­ta­les Schwär­men im Chor. Mög­lich­kei­ten cho­ri­schen Arbei­tens online” in Heft 78 der Zeit­schrift für Thea­ter­päd­ago­gik, S. 23–25.
Inhalt 

In die­sem cho­ri­schen Digi­tal­for­mat geht es dar­um, die ein­zel­ne Ges­te auf dem Bild­schirm als cho­ri­sches Mate­ri­al zu ent­de­cken – als Mög­lich­keit gegen­sei­ti­gen Kom­men­tie­rens von Chor und Protagonist*in. (Als Grund­re­gel bei cho­ri­schen Übun­gen emp­fiehlt es sich, immer wie­der die hal­be Grup­pe zuse­hen zu las­sen. So gewinnt die Grup­pe einen Ein­druck von der Wir­kung ihres cho­ri­schen Spiels.)

Phase I:  „Gesichts Warm Up” 

Die Spieler*innen gehen mit dem Gesicht so nahe an den Bild­schirm, dass sie ihn mit dem Gesicht aus­fül­len. Zu Musik das Gesicht bewe­gen. Unter­schied­li­che Mimik-Ges­ten wer­den indi­vi­du­ell aus­pro­biert: Grin­sen, Augen auf­rei­ßen, Mund­win­kel hin­un­ter­zie­hen, etc. Ver­schie­den Beats / Musik­rich­tun­gen aus­pro­bie­ren. Spiel mit dem Raum: Nähe / Ent­fer­nung zum/vom Bildschirm.

Phase II: „Choreographie der Hände – Kontaktaufnahme”

Jetzt sind die Hän­de in Groß­auf­nah­me das Cho­reo­gra­phie-Mate­ri­al: Wäh­rend des Spiels mit den Bewe­gun­gen wird jetzt auch beob­ach­tet, was die ande­ren machen:  es wird begon­nen, ein­zel­ne Ges­ten zu spie­geln, zu ver­stär­ken: Was setzt sich durch? Was tritt in den Hintergrund?

Phase III: „Weniger ist mehr”

Man beschränkt sich nun als Spieler*in auf zwei unter­schied­li­che Mimik-Ges­ten. Spiel mit den Gegen­sät­zen. Wie ver­än­dert sich der Gesamt­ein­druck? Was tritt her­vor, was zurück?

Phase IV: „Text: Staffelübergabe im Chor”

Jetzt tritt Text hin­zu: er wird satz/vers/abschnittsweise und in fest­ge­leg­ter Rei­hen­fol­ge auf die Grup­pe ver­teilt. Jetzt ver­sucht der Chor, wäh­rend der Ges­ten-Cho­reo den Text/Vers/Abschnitt durch die Grup­pe lau­fen zu lassen.

(Der naht­lo­se Über­gang im Text­spre­chen braucht Übung, vor allem wegen des tech­ni­schen Delays!)

Phase V: „Text und Kommentar: Protagonist*in und Chor”

Ein*e Spieler*in schal­tet ihre Cam aus und ist nun Sprecher*in eines Tex­tes (Protagonist*in). Der „Ges­ten-Mimik-Chor” reagiert nun auf den Text, kom­men­tiert, zuerst frei. Dann kann der*die Spielleiter*in unter­schied­li­che Struk­tu­rie­rungs­hil­fen geben: z.B. jede*r cho­ri­sche Akteur*in hat nur eine Ges­te zu Ver­fü­gung, die Grup­pe ver­sucht, zu einer gemein­sa­men Ges­te mit indi­vi­du­el­len unter­schie­den zu fin­den, selbstgesteuert.

Phase VI: „Wechselndes Reagieren”

Vari­an­te 1: der*die Protagonist*in beob­ach­tet den Chor reagiert auf die Mimik-Ges­ten mit dem Text. Vari­an­te 2: der Ges­ten­chor kom­men­tiert mit sei­ner Mimik den Text. Hier kann frei impro­vi­siert wer­den, oder es wer­den für den Chor Reak­ti­ons­mus­ter vor­ge­schla­gen wie Iro­nie, Sar­kas­mus, Bei­fall, etc.

Erstellt: 4. Juni 2021 
Aktua­li­siert: 8. Juni 2021 

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