FORUM SCHULTHEATER

Agora

Zentrale ArbeitsTagung

ZAT 21 Schul­theater.­Trans­kulturalität

Die Zen­tra­le Arbeits­Ta­gung 2021 SCHUL­THEATER.­TRANS­KULTURALITÄT des Bun­des­ver­ban­des Thea­ter in Schu­len e.V. vom 11. bis 13. Novem­ber in der Bun­des­aka­de­mie Wol­fen­büt­tel fragt, wie wir in Schu­le durch Thea­ter trans­kul­tu­rel­le Bil­dungs­pro­zes­se initi­ie­ren kön­nen, um spie­le­risch eine Trans­for­ma­ti­on von Schu­le und Gesell­schaft durch das Schul­thea­ter grenz­über­schrei­tend zu gestal­ten. Die­se Fra­ge beinhal­tet sowohl eine schul­in­ter­ne (loka­le) als auch eine schul­über­grei­fen­de (glo­ba­le) Per­spek­ti­ve, die im trans­kul­tu­rel­len Kon­zept von GLOKALITÄT zusam­men­ge­dacht wer­den: Kul­tu­rel­le Selbst- und Welt­ver­hält­nis­se bil­den sich in einem dyna­mi­schen, sich stets ver­än­dern­den und von indi­vi­du­el­len Akti­vi­tä­ten gepräg­ten Aus­tausch unter­schied­li­cher Lebens­for­men, Wer­te­hal­tun­gen und Welt­an­schau­un­gen und las­sen sich in ihrer Kom­ple­xi­tät nur ver­ste­hen, wenn ich das Eige­ne im Frem­den mei­ner Lebens­welt und umge­kehrt mit­ein­an­der in Ver­bin­dung bringe.

Transkulturelle Initiativen des BVTS

Der BVTS hat, um gesell­schaft­li­che Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se anzu­sto­ßen, zwei trans­kul­tu­rel­le Initia­ti­ven gestar­tet, die wir grenz­über­grei­fend in trans­kul­tu­rel­len Pro­jek­ten in und zwi­schen Schu­len wei­ter­ent­wi­ckeln wollen:

STOP EXCLUSION – START INCLUSION 

For­dert die gleich­be­rech­tig­te Teil­ha­be an kul­tu­rel­ler Bil­dung und Thea­ter als sozia­ler Kunst und ästhe­ti­scher Spiel­pra­xis für alle (jun­gen) Menschen. 

STOP ECOCIDE – START GOOD LIVING 

For­dert das Men­schen­recht auf eine lebens­wer­te, gleich­be­rech­tig­te Zukunft für alle kom­men­den Generationen. 

Im letz­ten Lock­down, als der Ama­zo­nas, der mitt­ler­wei­le mehr CO2 aus­stößt als er auf­nimmt, in bis­her nicht gekann­tem Aus­maß zu bren­nen anfing, haben der com­mu­ni­ty-theat­re direc­tor und art­se­du­ca­tor Dan Baron Cohen aus Mara­bá  und Tonio Kempf das GLOKAL-COMMUNITY Pro­jekt STOP ECOCIDE – START GOOD LIVING gestar­tet, um gemein­sam ein per­for­ma­ti­ves Zei­chen für For­de­run­gen der jun­gen Genera­ti­on an Gesell­schaft und Poli­tik gegen Kli­ma­kol­laps, für Kli­ma­ge­rech­tig­keit und eine gemein­sa­me lebens­wer­te Zukunft zu set­zen. Schüler*innen eines Thea­ter­kur­ses Jg. 8 aus Ham­burg sind so in Kon­takt mit der Lebens­welt von Jugend­li­chen aus Mara­bá gekom­men, haben einen bewe­gen­den Brief an Bolzo­na­ro geschrie­ben und wie Teilnehmer*innen des SDL 2021 aus Thü­rin­gen, Ber­lin und St. Peters­burg auf die Per­for­man­ces „Life source on fire” und „The Wha­le of the dan­cer” der afro-ama­zo­ni­schen Tän­ze­rin Camyl­la Alves geant­wor­tet. Beim SDL 2021 hat sich dann ein sehr inklu­si­ves trans­kul­tu­rel­les COME TOGETHER im digi­ta­len SDL-KLUB ROXY ereignet.

Programm

  • Eröff­nung
    Do. 17:30 Uhr
  • Work­shops
    Fr. 9–12 Uhr
  • Pra­xis-Per­spek­ti­ven
    Fr. 14–16 Uhr
  • Digi­ta­ler Rund­gang
    Fr. 20:15 Uhr

1) Pro­jekt­prä­sen­ta­ti­on „Ein­s­Und­Zwan­zig”

Ein trans­kul­tu­rel­ler Audiow­alk – GRINS e.V. mit The­re­sa Mei­din­ger und Esther Jurkiewicz

Alles Leben in der Nähe von Men­schen ist umge­ben von Häu­sern, Stra­ßen, Autos, Fahr­rä­dern, Tie­ren wie Hun­den, Kat­zen oder Vögeln, Bäu­me zie­ren die Alle­en oder Parks, in den gro­ßen Schau­fens­tern leuch­ten die Rekla­me­schil­der, um die Ecke gibt es Sushi, Pirog­gen oder Baguette und von dei­nem Fens­ter aus las­sen sich die Mina­ret­te eben­so gut erken­nen, wie das Taj Mahal. Stimmt’s? Oder stimmt’s nicht? Und wenn es nicht stim­men soll­te, wir leben in einer glo­ba­li­sier­ten Welt. Migra­ti­ons­ge­schich­ten, Aus­lands­auf­ent­hal­te, Urlaubs­rei­sen, meist spre­chen wir auch mehr als eine Spra­che flie­ßend. Ein AUDIOWALK, in wel­chem wir uns den wach­sen­den Ver­bin­dun­gen von Kul­tu­ren und Spra­chen wid­men. Wir ver­mi­schen Schau­plät­ze und Kul­tu­ren mit­ein­an­der und gestal­ten unser eige­nes Braun­schweig. Bunt. Offen. Vielseitig.

Bit­te Kopf­hö­rer mitbringen!

2) In trans­kul­tu­rel­le Gesprä­che kommen 

Mit Prof. Dr. Tania Mey­er (Euro­pa-Uni­ver­si­tät Flens­burg) und Prof. Dr. Eli­se von Bernstorff (HBK Braun­schweig), mode­riert von Aidan Riebensahm

Der Trans­kul­tu­ra­li­täts­be­griff geht mit Wolf­gang Welsch von der grund­le­gen­den The­se aus, dass wir alle – und heu­te umso mehr – im Pro­zess der Glo­ba­li­sie­rung durch welt­wei­te Migra­ti­on und inten­si­ven kul­tu­rel­len Aus­tausch „kul­tu­rel­le Misch­lin­ge“ sind.  „Trans­kul­tu­ra­li­tät und nicht etwa Mono­kul­tu­ra­li­tät kenn­zeich­net dem­nach die huma­ne Exis­tenz.“ Kul­tu­ren sei­en nicht wie bei Her­der als innen homo­ge­ne und nach außen abwei­sen­de Kugel­i­den­ti­tä­ten zu ver­ste­hen, son­dern his­to­risch hybrid und durch „Ver­flech­tun­gen und Gemein­sam­kei­ten“ gekenn­zeich­net. Post­mo­der­ne Gesell­schaf­ten sind intern viel­fäl­tig dif­fe­ren­ziert und extern stark ver­floch­ten: Es gibt grenz­über­grei­fend gemein­sa­me Lebens­for­men und trans­kul­tu­rel­le Hybri­di­sie­run­gen, „die Trenn­schär­fe zwi­schen Eigen- und Fremd­kul­tur ver­schwin­det zuneh­mend“. Die­ser Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess betrifft alle kul­tu­rel­len Dimen­sio­nen, „Men­schen­rech­te, Femi­nis­mus und Öko­lo­gie stel­len heu­te mäch­ti­ge Wirk­fak­to­ren quer durch die ver­schie­de­nen Gesell­schaf­ten dar“.

Indi­vi­du­en kön­nen heu­te prin­zi­pi­ell mit einer Viel­falt kul­tu­rel­ler Mus­ter bekannt wer­den und intern unter­schied­li­che kul­tu­rel­le Ele­men­te in sich ver­bin­den, inner­lich plu­ral wer­den – sich durch Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se des Selbst- und Welt­ver­hält­nis­ses bil­den. Dadurch wird Inklu­si­on mög­lich, dass durch inter­ne Trans­kul­tu­ra­li­tät Gemein­sam­kei­ten mit der Iden­ti­tät ande­rer Indi­vi­du­en gese­hen wer­den kön­nen, die dar­über in Kom­mu­ni­ka­ti­on mit­ein­an­der kommen. 

  1. Was bedeu­tet Trans­kul­tu­ra­li­tät all­ge­mein und spe­zi­ell für das Schultheater?
  2. Was folgt dar­aus für eine trans­kul­tu­rel­le Thea­ter­päd­ago­gik in Schu­le? Wie kann und soll­te die­se gestal­tet werden?
  3. Was kann das Fach Thea­ter in Schu­le für trans­kul­tu­rel­le Bil­dung und Schul­ent­wick­lung leis­ten? Wie kön­nen wir trans­kul­tu­rel­le Thea­ter­pro­jek­te in Schu­le und schul­über­grei­fend realisieren?

A) Trans­kul­tu­rell anfangen

Matin Soo­fi­pour Omam

Der Schwer­punkt des Work­shops liegt im Gestal­ten und Aus­pro­bie­ren des Ken­nen­ler­nens in thea­ter­päd­ago­gi­schen Pro­jek­ten sowohl im schu­li­schen als auch im außer­schu­li­schen Kon­text und bie­tet Raum zur Refle­xi­on für die Anwend­bar­keit. Wir erpro­ben viel­fäl­ti­ge Ein­stie­ge, um einen gemein­sa­men Start und dyna­mi­sche, trans­kul­tu­rel­le Pro­zes­se in einer Grup­pe anzu­sto­ßen und erfor­schen mög­li­che Zugän­ge, wie wir in einen künst­le­ri­schen, aber auch sen­si­blen und acht­sa­men Anfang gestal­ten und mit der Grup­pe in einen trans­kul­tu­rel­len, krea­ti­ven Dia­log  kom­men kön­nen. Die­ses Ange­bot rich­tet sich an Pädagog*innen sowie an Inter­es­sier­te aus dem außer­schu­li­schen Bereich, die sich mit dem trans­kul­tu­rel­len Forming einer Grup­pen- bzw. Klas­sen­dy­na­mik und Metho­den der Thea­ter­päd­ago­gik aus­ein­an­der­set­zen wollen.

B) Hear your voice

Nina de la Chevallerie

In den letz­ten Mona­ten haben die Theatermacher*innen von boat peop­le pro­jekt ver­stärkt in trans­kul­tu­rel­len Teams an Schu­len gear­bei­tet zu der The­men­über­schrift HEAR YOUR VOICE. Dabei ging und geht es dar­um, die The­men der SuS auf­zu­grei­fen, kon­tro­ver­se Dis­kus­sio­nen thea­tral sicht­bar zu machen und die ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven zu hören. Sowohl das Ein­an­der-Zuhö­ren als auch der Ver­such die eige­ne Per­spek­ti­ve kennt­lich zu machen und ggf. zu über­prü­fen oder gar zu ver­än­dern wur­de mit unter­schied­li­chen künst­le­ri­schen Mit­teln aus­pro­biert. Die­se Metho­den wer­den im Work­shop exem­pla­risch erprobt, reflek­tiert und wei­ter­ent­wi­ckelt an inhalt­lich dis­kur­si­ven The­men wie Ehr­be­griff, Gen­der­de­fi­ni­ti­on, Femi­nis­mus, Nationalismus.

C)  Nah kom­men und fremd bleiben 

Uta Pla­te

In dem Work­shop ‚Nah kom­men und fremd blei­ben‘ erfor­schen wir thea­tral Dif­fe­ren­zen der Teil­neh­men­den, die geprägt sind durch Mehr­fach­zu­ge­hö­rig­kei­ten bzw. die ‚Mul­ti­di­men­sio­na­li­tät‘ der Zuge­hö­rig­kei­ten. Mit offe­nen Augen erfor­schen wir fol­gen­de Fra­gen: Wie kön­nen wir die viel­fäl­ti­gen Per­spek­ti­ven der Teil­neh­men­den, wie ihre unter­schied­li­chen Lebens­er­fah­run­gen, spie­le­risch unter­su­chen? Wie kön­nen Hete­ro­ge­ni­tät inner­halb einer Thea­ter­grup­pe auf inhalt­li­cher wie ästhe­ti­scher Ebe­ne zur Quel­le für Sze­nen wer­den? Wie kön­nen wir dem Publi­kum das uni­ver­sell Ver­bin­den­de und die spe­zi­el­le Dif­fe­renz erzählen?

In bio­gra­fi­schen Übun­gen, Aus­pro­bie­ren und Reflek­ti­on nähern wir uns einem der wich­tigs­ten The­men in der Thea­ter­ar­beit. Denn Spieler*innen wer­den nicht nur mit ihrer Unter­schied­lich­keit, son­dern auch mit gesell­schaft­li­chen Macht­ver­hält­nis­sen konfrontiert.

D) Begeg­nun­gen schaffen

Canip Gün­dog­du

Eine wün­schens­wer­te thea­ter­päd­ago­gi­sche Arbeit: Wenn sie von demo­kra­ti­schen Prin­zi­pi­en gelei­tet – gleich­be­rech­tigt, wert­schät­zend und enga­giert ist, sodass die Teil­neh­men­den sich als demo­kra­ti­sche Sub­jek­te erfah­ren können.

Ziel des Work­shops ist es die eige­ne Hal­tung kri­tisch zu betrach­ten. Hier­bei möch­ten wir erfor­schen, inwie­weit wir in der thea­ter­päd­ago­gi­schen Arbeit in der Lage sind uns von unse­ren Vor­ur­tei­len und Bil­dern los­zu­lö­sen. Schaf­fen wir es wert­frei und empha­tisch mit trans­kul­tu­rel­len Grup­pen zu arbei­ten und dabei die eige­ne „Macht­po­si­ti­on” aufzugeben?

Workshopleitende

Nina de la Chevallerie 
Pro­du­zen­tin und Regis­seu­rin beim Frei­en Thea­ter boat peop­le pro­jekt, das sich seit 2009 mit gesell­schafts­po­li­ti­schen The­men aus­ein­an­der­setzt, immer in ver­schie­de­nen Kon­stel­la­tio­nen und auf der Suche nach For­ma­ten, die inter­ak­tiv funktionieren. 
Canip Gündogdu 
Thea­ter­päd­ago­ge, Diplom Päd­ago­ge und Kli­nik­clown. Gebo­ren 1978 in Tavsanli/Türkei. Auf­ge­wach­sen in Cas­trop-Rau­xel. Der stu­dier­te Erzie­hungs­wis­sen­schaft­ler und Thea­ter­päd­ago­ge lei­tet trans­kul­tu­rel­le sowie inte­gra­ti­ve Thea­ter­pro­jek­te und Thea­ter­in­sze­nie­run­gen mit Schüler*innen aller Schul­for­men. Sei­ne Lei­den­schaft sind Clow­ne­rie- und Thea­ter­work­shops mit Kin­dern, Jugend­li­chen und Erwachsenen. 
Uta Plate 
Uta Pla­te ist Thea­ter­ma­che­rin, Dozen­tin, Regis­seu­rin. Nach ihrem Stu­di­um der ange­wand­ten Kul­tur­wis­sen­schaf­ten (Uni­ver­si­tät Hil­des­heim) wur­de ihre Publi­ka­ti­on „Fremd blei­ben“ über inter­kul­tu­rel­le Thea­ter­ar­beit ver­öf­fent­licht. Von 1999–2014 war sie lei­ten­de Thea­ter­päd­ago­gin an der Schau­büh­ne Ber­lin. Seit 2014 arbei­tet Uta Pla­te inter­na­tio­nal als frei­schaf­fen­de Regis­seu­rin und Dozentin. 
Matin Soo­fi­pour Omam 
Matin Soo­fi­pour Omam, 1984 in Lahijan/Iran gebo­ren, ist frei­schaf­fen­de Autorin, Dra­ma­tur­gin und Thea­ter­ma­che­rin in Ber­lin. Sie stu­dier­te an der Tehe­ra­ner Uni­ver­si­tät dra­ma­ti­sche Lite­ra­tur und sze­ni­sches Schrei­ben sowie an der Uni­ver­si­tät der Küns­te in Ber­lin Thea­ter­päd­ago­gik. Seit 2013 arbei­te­te sie als Thea­ter­päd­ago­gin am Grips Thea­ter Ber­lin. Anschlie­ßend wech­sel­te sie an das Düs­sel­dor­fer Schau­spiel­haus, wo sie bis 2019 auch an unter­schied­li­chen Insze­nie­run­gen als Autorin mit­wirk­te. Seit 2012 schreibt sie für die Kol­lek­ti­ve Suite 42, Pro­jekt-il und wal­traud 900 und ist seit 2015 kon­zep­tio­nell und als Per­for­me­rin bei der Rei­he »Geschich­ten aus der Stadt« in Ber­lin aktiv. Ab der Spiel­zeit 2021/22 arbei­tet sie fest als Dra­ma­tur­gin am Thea­ter an der Park­aue, Berlin. 

I) Sprach­ler­nen­des Spiel

Johan­ne Bellersen

#sprach­ler­nend­esspiel ist ein trans­kul­tu­rel­les Thea­ter- und Sprach­lern­pro­jekt in Han­no­ver, das die Sprach­kom­pe­tenz von Schüler*innen, die Deutsch als Zweit­spra­che ler­nen, mit thea­ter­päd­ago­gi­schen Mit­teln för­dert. Über die Dau­er eines Schul­jah­res wer­den von zwei Stu­die­ren­den des Stu­di­en­fachs Dar­stel­len­des Spiel thea­tra­le Grund­la­gen und die deut­sche Spra­che ver­mit­telt. Außer­dem wird gemein­sam eine Insze­nie­rung ent­wi­ckelt. Der thea­tra­le Pro­duk­ti­ons­pro­zess lädt die maxi­mal hete­ro­ge­nen Lern­grup­pen zum krea­ti­ven Aus­tausch ein und ermög­licht den Schüler*innen kul­tu­rel­le Teil­ha­be in ihrem neu­en Hei­mat­land.
Nach einer kur­zen Vor­stel­lung des zwei­stu­fi­gen Lern­ver­fah­rens von #sprach­ler­nend­esspiel sowie der Pro­jekt­struk­tur kom­men wir über päd­ago­gi­sche Vor­zei­chen, mög­li­che Hür­den und Gren­zen unse­rer Arbeit ins Gespräch. Abschlie­ßend laden wir euch als Expert*innen für Schul­thea­ter herz­lich ein, mit uns über Adap­ti­ons­mög­lich­kei­ten und eine über­re­gio­na­le Wei­ter­ent­wick­lung des Pro­jekts zu brainstormen.

II) GRINS e.V. Braunschweig

The­re­sa Mei­din­ger & Esmat Mari

​​Der Zweck des GRINS Ver­eins Braun­schweig ist die För­de­rung von Kunst und Kul­tur, kul­tu­rel­ler Bil­dung, künst­le­ri­scher und thea­ter­päd­ago­gi­scher Pro­jek­te ins­be­son­de­re durch die Arbeit mit unter­schied­li­chen Kul­tur- und Ziel­grup­pen.
Neben die­ser akti­ven Arbeit mit Asyl­su­chen­den orga­ni­siert GRINS zusätz­lich Theater‑, Kon­zert- und Fes­ti­val­be­su­che.
Der Ver­ein dient als Platt­form für den Aus­tausch und die Umset­zung künst­le­ri­scher, kul­tu­rel­ler und päd­ago­gi­scher Pro­jek­te und Ideen auf regio­na­ler und über­re­gio­na­ler Ebe­ne sowie als Platt­form zur Völ­ker­ver­stän­di­gung zwi­schen der Auf­nah­me­ge­sell­schaft und Flüch­ten­den mit Hil­fe von kul­tu­rel­len und künst­le­ri­schen Mitteln.

III) boat peop­le pro­jekt e.V. / Göttingen

Nina de la Chevallerie

Frei­es Aus­tausch­fo­rum über trans­kul­tu­rel­le Initia­ti­ven und Per­spek­ti­ven für grenz­über­schrei­ten­de Schul­thea­ter­pro­jek­te.
Seit 2009 führt das Freie Thea­ter boat peop­le pro­jekt Thea­ter­pro­jekt auch an und mit Schu­len durch. Zu der lang­jäh­ri­gen Erfah­run­gen gehö­ren Erfol­ge, sinn­stif­ten­des Arbei­ten für alle Sei­ten, aber auch Ent­täu­schun­gen, Schei­tern, Ver­let­zun­gen. Das Forum soll die­sen Grenz­erfah­run­gen und dem Schei­tern einen Raum für einen Aus­tausch geben. Gemein­sam ana­ly­sie­ren wir „Feh­ler­quel­len” aus dem prak­ti­schen Arbei­ten und erar­bei­ten dar­aus Perspektiven.

IV) Was geht mich das an? Zuge­hö­rig­keit im Trans­kul­tu­ra­li­täts-Kon­text an Praxisbeispielen 

Hedi Bou­den

Trans­kul­tur­altät bil­det die Aus­gangs­la­ge in der Aus­ein­an­der­set­zung mit gesell­schaft­li­chen Dis­kre­pan­zen, die von Jugend­li­chen zwar klar wahr­ge­nom­men, jedoch oft­mals schwer zuge­ord­net wer­den kön­nen. Dar­an ori­en­tiert sich der Lebens­welt­be­zug und die pri­mä­re Inter­es­sen­la­ge die­ser, die durch die Mit­tel, Räu­me und Mög­lich­kei­ten des Thea­ters kri­tisch ana­ly­siert und ent­schlüs­selt wer­den kön­nen.  In unse­ren Thea­ter­pro­jek­ten am Hel­mut-Schmidt-Gym­na­si­um bil­de­ten in die­sem Kon­text die The­men Deutsch­sein, Iden­ti­tät und Hei­mat immer wie­der ganz ein­dring­li­che Fra­gen hin­sicht­lich der Zuge­hö­rig­keit unse­rer Jugend­li­chen. Am Bei­spiel der Thea­ter­groß­pro­jek­te #kein­deut­sch­er­land, #NEU­ge­GE­DEN­KEN und #Whys­houl­dI­ca­re soll die Bedeu­tung von trans­kul­tu­rel­len For­men für Jugend­li­che am Motiv des Per­spek­tiv­wech­sels und der Bedeu­tung von per­sön­li­chen Nar­ra­ti­ven ver­deut­licht werden.

V) Thea­ter­sprach­camp

Wolf­gang Sting

Das Thea­ter­Sprach­Camp ist ein Gemein­schafts­pro­jekt der Ham­bur­ger Behör­de für Schu­le und Berufs­bil­dung als Auf­trag­ge­ber und Pro­jekt­lei­tung. Kon­zep­ti­on, Qua­li­fi­zie­rung der Betreuer*innen bzw. Stu­die­ren­den, Durch­füh­rung der Camps und deren Eva­lua­ti­on wird von der Uni­ver­si­tät Ham­burg, dem Jugend­er­ho­lungs­werk Ham­burg e.V. sowie der aca­de­mie crear­TaT und dem Lan­des­in­sti­tut für Leh­rer­bil­dung und Schul­ent­wick­lung (LI) Ham­burg geleis­tet. Die Bücher­hal­len Ham­burg, die für jedes Camp Bücher­kis­ten mit deutsch- bzw. mehr­spra­chi­gen Medi­en zusam­men­stel­len, koope­rie­ren eben­falls mit dem Thea­ter­Sprach­Camp.
Iri­nell Ruf und Mar­tin Neu­mann der aca­de­mie crear­TaT lei­ten das Semi­nar zur Qua­li­fi­zie­rung der Stu­die­ren­den im Bereich Thea­ter. Sie bli­cken auf eine lang­jäh­ri­ge künst­le­ri­sche und päd­ago­gi­sche Pra­xis. Auf die­ser Grund­la­ge wur­de das spe­zi­fi­sche Kon­zept im TSC ent­wi­ckelt: Die inte­grier­te Sprach­ar­beit zur ganz­heit­li­chen Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung. Die Didak­tik um Kin­dern emo­tio­na­le Zugän­ge zu Lesen zu eröff­nen basiert auf Wygot­kij, Luri­ja und Leont­jew. Ver­knüpft wird die­se Didak­tik mit dem Bil­der­thea­ter nach Augus­to Boal und der ästhe­ti­schen Pra­xis der Reggio-Pädagogik.

VI) Trans­kul­tu­rell /Gemeinsam/Maßlos – ein pro­gram­ma­ti­scher Neu­start am Thea­ter Osnabrück

Sophia Grü­del­bach

Trans­kul­tu­rell steht für das Mit­ein­an­der in der Begeg­nung unter­schied­li­cher Kul­tu­ren. So eröff­net das Ver­schwin­den von fes­ten Gewiss­hei­ten hin zu einem offe­nen, flie­ßen­den Bild von Iden­ti­tä­ten Räu­me für uner­war­te­te Begeg­nun­gen.“   (Das neue Lei­tungs­team Thea­ter Osna­brück)
Künst­le­ri­scher Aus­druck ist immer auch geprägt von der ganz per­sön­li­chen kul­tu­rel­len Erfah­rung einer/eines jeden Ein­zel­nen. Moder­ne Kul­tu­ren sind nie geschlos­sen und ein­deu­tig abgrenz­bar, sie sind mit­ein­an­der ver­floch­ten und durch­drin­gen ein­an­der. Das Thea­ter Osna­brück Trans­kul­tu­rell möch­te ab der Spiel­zeit 2021/22 gezielt das Publi­kum aller kul­tu­rel­len Her­kunft anspre­chen. In jeder Spiel­zeit wird mit einem Län­der­schwer­punkt ein ande­rer Kul­tur­kreis mit sei­nen Geschich­ten, Musik­sti­len und künst­le­ri­schen Aus­drucks­for­men in den Fokus des gesam­ten Spiel­plans gerückt. Mit einer eige­nen Ansprech­part­ne­rin für den Bereich Thea­ter Osna­brück Trans­kul­tu­rell sol­len lang­fris­ti­ge Part­ner­schaf­ten und künst­le­ri­sche Begeg­nungs­for­ma­te am Thea­ter Osna­brück auf­ge­baut wer­den, die die kul­tu­rel­le Viel­falt der Stadt und sei­ner Men­schen erleb­bar machen. Ziel ist es, gemein­sam ein Thea­ter für alle und von allen zu gestalten.

Anschlie­ßend: Verab­re­dun­gen und Per­spek­ti­ven für ein trans­kul­tu­rel­les Schultheater

Bün­de­lung der Ein­drü­cke aus den Pra­xis-Per­spek­ti­ven. Initia­ti­ven und Ver­ab­re­dun­gen für ein trans­kul­tu­rel­les Schultheater.

Ein sprach­ler­nend­esspiel-Pro­jekt

Johan­ne Bellersen

Die sprach­ler­nen­de Klas­se der Marie-Curie-Schu­le Ron­nen­berg hat sich mit Träu­men beschäftigt.

Bit­te Kopf­hö­rer mitbringen!

  • Eröff­nung
    Do. 17:30 Uhr
  • Work­shops
    Fr. 9–12 Uhr
  • Pra­xis-Per­spek­ti­ven
    Fr. 14–16 Uhr
  • Digi­ta­ler Rund­gang
    Fr. 20:15 Uhr

1) Pro­jekt­prä­sen­ta­ti­on „Ein­s­Und­Zwan­zig”

Ein trans­kul­tu­rel­ler Audiow­alk – GRINS e.V. mit The­re­sa Mei­din­ger und Esther Jurkiewicz

Alles Leben in der Nähe von Men­schen ist umge­ben von Häu­sern, Stra­ßen, Autos, Fahr­rä­dern, Tie­ren wie Hun­den, Kat­zen oder Vögeln, Bäu­me zie­ren die Alle­en oder Parks, in den gro­ßen Schau­fens­tern leuch­ten die Rekla­me­schil­der, um die Ecke gibt es Sushi, Pirog­gen oder Baguette und von dei­nem Fens­ter aus las­sen sich die Mina­ret­te eben­so gut erken­nen, wie das Taj Mahal. Stimmt’s? Oder stimmt’s nicht? Und wenn es nicht stim­men soll­te, wir leben in einer glo­ba­li­sier­ten Welt. Migra­ti­ons­ge­schich­ten, Aus­lands­auf­ent­hal­te, Urlaubs­rei­sen, meist spre­chen wir auch mehr als eine Spra­che flie­ßend. Ein AUDIOWALK, in wel­chem wir uns den wach­sen­den Ver­bin­dun­gen von Kul­tu­ren und Spra­chen wid­men. Wir ver­mi­schen Schau­plät­ze und Kul­tu­ren mit­ein­an­der und gestal­ten unser eige­nes Braun­schweig. Bunt. Offen. Vielseitig.

Bit­te Kopf­hö­rer mitbringen!

2) In trans­kul­tu­rel­le Gesprä­che kommen 

Mit Prof. Dr. Tania Mey­er (Euro­pa-Uni­ver­si­tät Flens­burg) und Prof. Dr. Eli­se von Bernstorff (HBK Braun­schweig), mode­riert von Aidan Riebensahm

Der Trans­kul­tu­ra­li­täts­be­griff geht mit Wolf­gang Welsch von der grund­le­gen­den The­se aus, dass wir alle – und heu­te umso mehr – im Pro­zess der Glo­ba­li­sie­rung durch welt­wei­te Migra­ti­on und inten­si­ven kul­tu­rel­len Aus­tausch „kul­tu­rel­le Misch­lin­ge“ sind.  „Trans­kul­tu­ra­li­tät und nicht etwa Mono­kul­tu­ra­li­tät kenn­zeich­net dem­nach die huma­ne Exis­tenz.“ Kul­tu­ren sei­en nicht wie bei Her­der als innen homo­ge­ne und nach außen abwei­sen­de Kugel­i­den­ti­tä­ten zu ver­ste­hen, son­dern his­to­risch hybrid und durch „Ver­flech­tun­gen und Gemein­sam­kei­ten“ gekenn­zeich­net. Post­mo­der­ne Gesell­schaf­ten sind intern viel­fäl­tig dif­fe­ren­ziert und extern stark ver­floch­ten: Es gibt grenz­über­grei­fend gemein­sa­me Lebens­for­men und trans­kul­tu­rel­le Hybri­di­sie­run­gen, „die Trenn­schär­fe zwi­schen Eigen- und Fremd­kul­tur ver­schwin­det zuneh­mend“. Die­ser Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess betrifft alle kul­tu­rel­len Dimen­sio­nen, „Men­schen­rech­te, Femi­nis­mus und Öko­lo­gie stel­len heu­te mäch­ti­ge Wirk­fak­to­ren quer durch die ver­schie­de­nen Gesell­schaf­ten dar“.

Indi­vi­du­en kön­nen heu­te prin­zi­pi­ell mit einer Viel­falt kul­tu­rel­ler Mus­ter bekannt wer­den und intern unter­schied­li­che kul­tu­rel­le Ele­men­te in sich ver­bin­den, inner­lich plu­ral wer­den – sich durch Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se des Selbst- und Welt­ver­hält­nis­ses bil­den. Dadurch wird Inklu­si­on mög­lich, dass durch inter­ne Trans­kul­tu­ra­li­tät Gemein­sam­kei­ten mit der Iden­ti­tät ande­rer Indi­vi­du­en gese­hen wer­den kön­nen, die dar­über in Kom­mu­ni­ka­ti­on mit­ein­an­der kommen. 

  1. Was bedeu­tet Trans­kul­tu­ra­li­tät all­ge­mein und spe­zi­ell für das Schultheater?
  2. Was folgt dar­aus für eine trans­kul­tu­rel­le Thea­ter­päd­ago­gik in Schu­le? Wie kann und soll­te die­se gestal­tet werden?
  3. Was kann das Fach Thea­ter in Schu­le für trans­kul­tu­rel­le Bil­dung und Schul­ent­wick­lung leis­ten? Wie kön­nen wir trans­kul­tu­rel­le Thea­ter­pro­jek­te in Schu­le und schul­über­grei­fend realisieren?

A) Trans­kul­tu­rell anfangen

Matin Soo­fi­pour Omam

Der Schwer­punkt des Work­shops liegt im Gestal­ten und Aus­pro­bie­ren des Ken­nen­ler­nens in thea­ter­päd­ago­gi­schen Pro­jek­ten sowohl im schu­li­schen als auch im außer­schu­li­schen Kon­text und bie­tet Raum zur Refle­xi­on für die Anwend­bar­keit. Wir erpro­ben viel­fäl­ti­ge Ein­stie­ge, um einen gemein­sa­men Start und dyna­mi­sche, trans­kul­tu­rel­le Pro­zes­se in einer Grup­pe anzu­sto­ßen und erfor­schen mög­li­che Zugän­ge, wie wir in einen künst­le­ri­schen, aber auch sen­si­blen und acht­sa­men Anfang gestal­ten und mit der Grup­pe in einen trans­kul­tu­rel­len, krea­ti­ven Dia­log  kom­men kön­nen. Die­ses Ange­bot rich­tet sich an Pädagog*innen sowie an Inter­es­sier­te aus dem außer­schu­li­schen Bereich, die sich mit dem trans­kul­tu­rel­len Forming einer Grup­pen- bzw. Klas­sen­dy­na­mik und Metho­den der Thea­ter­päd­ago­gik aus­ein­an­der­set­zen wollen.

B) Hear your voice

Nina de la Chevallerie

In den letz­ten Mona­ten haben die Theatermacher*innen von boat peop­le pro­jekt ver­stärkt in trans­kul­tu­rel­len Teams an Schu­len gear­bei­tet zu der The­men­über­schrift HEAR YOUR VOICE. Dabei ging und geht es dar­um, die The­men der SuS auf­zu­grei­fen, kon­tro­ver­se Dis­kus­sio­nen thea­tral sicht­bar zu machen und die ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven zu hören. Sowohl das Ein­an­der-Zuhö­ren als auch der Ver­such die eige­ne Per­spek­ti­ve kennt­lich zu machen und ggf. zu über­prü­fen oder gar zu ver­än­dern wur­de mit unter­schied­li­chen künst­le­ri­schen Mit­teln aus­pro­biert. Die­se Metho­den wer­den im Work­shop exem­pla­risch erprobt, reflek­tiert und wei­ter­ent­wi­ckelt an inhalt­lich dis­kur­si­ven The­men wie Ehr­be­griff, Gen­der­de­fi­ni­ti­on, Femi­nis­mus, Nationalismus.

C)  Nah kom­men und fremd bleiben 

Uta Pla­te

In dem Work­shop ‚Nah kom­men und fremd blei­ben‘ erfor­schen wir thea­tral Dif­fe­ren­zen der Teil­neh­men­den, die geprägt sind durch Mehr­fach­zu­ge­hö­rig­kei­ten bzw. die ‚Mul­ti­di­men­sio­na­li­tät‘ der Zuge­hö­rig­kei­ten. Mit offe­nen Augen erfor­schen wir fol­gen­de Fra­gen: Wie kön­nen wir die viel­fäl­ti­gen Per­spek­ti­ven der Teil­neh­men­den, wie ihre unter­schied­li­chen Lebens­er­fah­run­gen, spie­le­risch unter­su­chen? Wie kön­nen Hete­ro­ge­ni­tät inner­halb einer Thea­ter­grup­pe auf inhalt­li­cher wie ästhe­ti­scher Ebe­ne zur Quel­le für Sze­nen wer­den? Wie kön­nen wir dem Publi­kum das uni­ver­sell Ver­bin­den­de und die spe­zi­el­le Dif­fe­renz erzählen?

In bio­gra­fi­schen Übun­gen, Aus­pro­bie­ren und Reflek­ti­on nähern wir uns einem der wich­tigs­ten The­men in der Thea­ter­ar­beit. Denn Spieler*innen wer­den nicht nur mit ihrer Unter­schied­lich­keit, son­dern auch mit gesell­schaft­li­chen Macht­ver­hält­nis­sen konfrontiert.

D) Begeg­nun­gen schaffen

Canip Gün­dog­du

Eine wün­schens­wer­te thea­ter­päd­ago­gi­sche Arbeit: Wenn sie von demo­kra­ti­schen Prin­zi­pi­en gelei­tet – gleich­be­rech­tigt, wert­schät­zend und enga­giert ist, sodass die Teil­neh­men­den sich als demo­kra­ti­sche Sub­jek­te erfah­ren können.

Ziel des Work­shops ist es die eige­ne Hal­tung kri­tisch zu betrach­ten. Hier­bei möch­ten wir erfor­schen, inwie­weit wir in der thea­ter­päd­ago­gi­schen Arbeit in der Lage sind uns von unse­ren Vor­ur­tei­len und Bil­dern los­zu­lö­sen. Schaf­fen wir es wert­frei und empha­tisch mit trans­kul­tu­rel­len Grup­pen zu arbei­ten und dabei die eige­ne „Macht­po­si­ti­on” aufzugeben?

Workshopleitende

Nina de la Chevallerie 
Pro­du­zen­tin und Regis­seu­rin beim Frei­en Thea­ter boat peop­le pro­jekt, das sich seit 2009 mit gesell­schafts­po­li­ti­schen The­men aus­ein­an­der­setzt, immer in ver­schie­de­nen Kon­stel­la­tio­nen und auf der Suche nach For­ma­ten, die inter­ak­tiv funktionieren. 
Canip Gündogdu 
Thea­ter­päd­ago­ge, Diplom Päd­ago­ge und Kli­nik­clown. Gebo­ren 1978 in Tavsanli/Türkei. Auf­ge­wach­sen in Cas­trop-Rau­xel. Der stu­dier­te Erzie­hungs­wis­sen­schaft­ler und Thea­ter­päd­ago­ge lei­tet trans­kul­tu­rel­le sowie inte­gra­ti­ve Thea­ter­pro­jek­te und Thea­ter­in­sze­nie­run­gen mit Schüler*innen aller Schul­for­men. Sei­ne Lei­den­schaft sind Clow­ne­rie- und Thea­ter­work­shops mit Kin­dern, Jugend­li­chen und Erwachsenen. 
Uta Plate 
Uta Pla­te ist Thea­ter­ma­che­rin, Dozen­tin, Regis­seu­rin. Nach ihrem Stu­di­um der ange­wand­ten Kul­tur­wis­sen­schaf­ten (Uni­ver­si­tät Hil­des­heim) wur­de ihre Publi­ka­ti­on „Fremd blei­ben“ über inter­kul­tu­rel­le Thea­ter­ar­beit ver­öf­fent­licht. Von 1999–2014 war sie lei­ten­de Thea­ter­päd­ago­gin an der Schau­büh­ne Ber­lin. Seit 2014 arbei­tet Uta Pla­te inter­na­tio­nal als frei­schaf­fen­de Regis­seu­rin und Dozentin. 
Matin Soo­fi­pour Omam 
Matin Soo­fi­pour Omam, 1984 in Lahijan/Iran gebo­ren, ist frei­schaf­fen­de Autorin, Dra­ma­tur­gin und Thea­ter­ma­che­rin in Ber­lin. Sie stu­dier­te an der Tehe­ra­ner Uni­ver­si­tät dra­ma­ti­sche Lite­ra­tur und sze­ni­sches Schrei­ben sowie an der Uni­ver­si­tät der Küns­te in Ber­lin Thea­ter­päd­ago­gik. Seit 2013 arbei­te­te sie als Thea­ter­päd­ago­gin am Grips Thea­ter Ber­lin. Anschlie­ßend wech­sel­te sie an das Düs­sel­dor­fer Schau­spiel­haus, wo sie bis 2019 auch an unter­schied­li­chen Insze­nie­run­gen als Autorin mit­wirk­te. Seit 2012 schreibt sie für die Kol­lek­ti­ve Suite 42, Pro­jekt-il und wal­traud 900 und ist seit 2015 kon­zep­tio­nell und als Per­for­me­rin bei der Rei­he »Geschich­ten aus der Stadt« in Ber­lin aktiv. Ab der Spiel­zeit 2021/22 arbei­tet sie fest als Dra­ma­tur­gin am Thea­ter an der Park­aue, Berlin. 

I) Sprach­ler­nen­des Spiel

Johan­ne Bellersen

#sprach­ler­nend­esspiel ist ein trans­kul­tu­rel­les Thea­ter- und Sprach­lern­pro­jekt in Han­no­ver, das die Sprach­kom­pe­tenz von Schüler*innen, die Deutsch als Zweit­spra­che ler­nen, mit thea­ter­päd­ago­gi­schen Mit­teln för­dert. Über die Dau­er eines Schul­jah­res wer­den von zwei Stu­die­ren­den des Stu­di­en­fachs Dar­stel­len­des Spiel thea­tra­le Grund­la­gen und die deut­sche Spra­che ver­mit­telt. Außer­dem wird gemein­sam eine Insze­nie­rung ent­wi­ckelt. Der thea­tra­le Pro­duk­ti­ons­pro­zess lädt die maxi­mal hete­ro­ge­nen Lern­grup­pen zum krea­ti­ven Aus­tausch ein und ermög­licht den Schüler*innen kul­tu­rel­le Teil­ha­be in ihrem neu­en Hei­mat­land.
Nach einer kur­zen Vor­stel­lung des zwei­stu­fi­gen Lern­ver­fah­rens von #sprach­ler­nend­esspiel sowie der Pro­jekt­struk­tur kom­men wir über päd­ago­gi­sche Vor­zei­chen, mög­li­che Hür­den und Gren­zen unse­rer Arbeit ins Gespräch. Abschlie­ßend laden wir euch als Expert*innen für Schul­thea­ter herz­lich ein, mit uns über Adap­ti­ons­mög­lich­kei­ten und eine über­re­gio­na­le Wei­ter­ent­wick­lung des Pro­jekts zu brainstormen.

II) GRINS e.V. Braunschweig

The­re­sa Mei­din­ger & Esmat Mari

​​Der Zweck des GRINS Ver­eins Braun­schweig ist die För­de­rung von Kunst und Kul­tur, kul­tu­rel­ler Bil­dung, künst­le­ri­scher und thea­ter­päd­ago­gi­scher Pro­jek­te ins­be­son­de­re durch die Arbeit mit unter­schied­li­chen Kul­tur- und Ziel­grup­pen.
Neben die­ser akti­ven Arbeit mit Asyl­su­chen­den orga­ni­siert GRINS zusätz­lich Theater‑, Kon­zert- und Fes­ti­val­be­su­che.
Der Ver­ein dient als Platt­form für den Aus­tausch und die Umset­zung künst­le­ri­scher, kul­tu­rel­ler und päd­ago­gi­scher Pro­jek­te und Ideen auf regio­na­ler und über­re­gio­na­ler Ebe­ne sowie als Platt­form zur Völ­ker­ver­stän­di­gung zwi­schen der Auf­nah­me­ge­sell­schaft und Flüch­ten­den mit Hil­fe von kul­tu­rel­len und künst­le­ri­schen Mitteln.

III) boat peop­le pro­jekt e.V. / Göttingen

Nina de la Chevallerie

Frei­es Aus­tausch­fo­rum über trans­kul­tu­rel­le Initia­ti­ven und Per­spek­ti­ven für grenz­über­schrei­ten­de Schul­thea­ter­pro­jek­te.
Seit 2009 führt das Freie Thea­ter boat peop­le pro­jekt Thea­ter­pro­jekt auch an und mit Schu­len durch. Zu der lang­jäh­ri­gen Erfah­run­gen gehö­ren Erfol­ge, sinn­stif­ten­des Arbei­ten für alle Sei­ten, aber auch Ent­täu­schun­gen, Schei­tern, Ver­let­zun­gen. Das Forum soll die­sen Grenz­erfah­run­gen und dem Schei­tern einen Raum für einen Aus­tausch geben. Gemein­sam ana­ly­sie­ren wir „Feh­ler­quel­len” aus dem prak­ti­schen Arbei­ten und erar­bei­ten dar­aus Perspektiven.

IV) Was geht mich das an? Zuge­hö­rig­keit im Trans­kul­tu­ra­li­täts-Kon­text an Praxisbeispielen 

Hedi Bou­den

Trans­kul­tur­altät bil­det die Aus­gangs­la­ge in der Aus­ein­an­der­set­zung mit gesell­schaft­li­chen Dis­kre­pan­zen, die von Jugend­li­chen zwar klar wahr­ge­nom­men, jedoch oft­mals schwer zuge­ord­net wer­den kön­nen. Dar­an ori­en­tiert sich der Lebens­welt­be­zug und die pri­mä­re Inter­es­sen­la­ge die­ser, die durch die Mit­tel, Räu­me und Mög­lich­kei­ten des Thea­ters kri­tisch ana­ly­siert und ent­schlüs­selt wer­den kön­nen.  In unse­ren Thea­ter­pro­jek­ten am Hel­mut-Schmidt-Gym­na­si­um bil­de­ten in die­sem Kon­text die The­men Deutsch­sein, Iden­ti­tät und Hei­mat immer wie­der ganz ein­dring­li­che Fra­gen hin­sicht­lich der Zuge­hö­rig­keit unse­rer Jugend­li­chen. Am Bei­spiel der Thea­ter­groß­pro­jek­te #kein­deut­sch­er­land, #NEU­ge­GE­DEN­KEN und #Whys­houl­dI­ca­re soll die Bedeu­tung von trans­kul­tu­rel­len For­men für Jugend­li­che am Motiv des Per­spek­tiv­wech­sels und der Bedeu­tung von per­sön­li­chen Nar­ra­ti­ven ver­deut­licht werden.

V) Thea­ter­sprach­camp

Wolf­gang Sting

Das Thea­ter­Sprach­Camp ist ein Gemein­schafts­pro­jekt der Ham­bur­ger Behör­de für Schu­le und Berufs­bil­dung als Auf­trag­ge­ber und Pro­jekt­lei­tung. Kon­zep­ti­on, Qua­li­fi­zie­rung der Betreuer*innen bzw. Stu­die­ren­den, Durch­füh­rung der Camps und deren Eva­lua­ti­on wird von der Uni­ver­si­tät Ham­burg, dem Jugend­er­ho­lungs­werk Ham­burg e.V. sowie der aca­de­mie crear­TaT und dem Lan­des­in­sti­tut für Leh­rer­bil­dung und Schul­ent­wick­lung (LI) Ham­burg geleis­tet. Die Bücher­hal­len Ham­burg, die für jedes Camp Bücher­kis­ten mit deutsch- bzw. mehr­spra­chi­gen Medi­en zusam­men­stel­len, koope­rie­ren eben­falls mit dem Thea­ter­Sprach­Camp.
Iri­nell Ruf und Mar­tin Neu­mann der aca­de­mie crear­TaT lei­ten das Semi­nar zur Qua­li­fi­zie­rung der Stu­die­ren­den im Bereich Thea­ter. Sie bli­cken auf eine lang­jäh­ri­ge künst­le­ri­sche und päd­ago­gi­sche Pra­xis. Auf die­ser Grund­la­ge wur­de das spe­zi­fi­sche Kon­zept im TSC ent­wi­ckelt: Die inte­grier­te Sprach­ar­beit zur ganz­heit­li­chen Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung. Die Didak­tik um Kin­dern emo­tio­na­le Zugän­ge zu Lesen zu eröff­nen basiert auf Wygot­kij, Luri­ja und Leont­jew. Ver­knüpft wird die­se Didak­tik mit dem Bil­der­thea­ter nach Augus­to Boal und der ästhe­ti­schen Pra­xis der Reggio-Pädagogik.

VI) Trans­kul­tu­rell /Gemeinsam/Maßlos – ein pro­gram­ma­ti­scher Neu­start am Thea­ter Osnabrück

Sophia Grü­del­bach

Trans­kul­tu­rell steht für das Mit­ein­an­der in der Begeg­nung unter­schied­li­cher Kul­tu­ren. So eröff­net das Ver­schwin­den von fes­ten Gewiss­hei­ten hin zu einem offe­nen, flie­ßen­den Bild von Iden­ti­tä­ten Räu­me für uner­war­te­te Begeg­nun­gen.“   (Das neue Lei­tungs­team Thea­ter Osna­brück)
Künst­le­ri­scher Aus­druck ist immer auch geprägt von der ganz per­sön­li­chen kul­tu­rel­len Erfah­rung einer/eines jeden Ein­zel­nen. Moder­ne Kul­tu­ren sind nie geschlos­sen und ein­deu­tig abgrenz­bar, sie sind mit­ein­an­der ver­floch­ten und durch­drin­gen ein­an­der. Das Thea­ter Osna­brück Trans­kul­tu­rell möch­te ab der Spiel­zeit 2021/22 gezielt das Publi­kum aller kul­tu­rel­len Her­kunft anspre­chen. In jeder Spiel­zeit wird mit einem Län­der­schwer­punkt ein ande­rer Kul­tur­kreis mit sei­nen Geschich­ten, Musik­sti­len und künst­le­ri­schen Aus­drucks­for­men in den Fokus des gesam­ten Spiel­plans gerückt. Mit einer eige­nen Ansprech­part­ne­rin für den Bereich Thea­ter Osna­brück Trans­kul­tu­rell sol­len lang­fris­ti­ge Part­ner­schaf­ten und künst­le­ri­sche Begeg­nungs­for­ma­te am Thea­ter Osna­brück auf­ge­baut wer­den, die die kul­tu­rel­le Viel­falt der Stadt und sei­ner Men­schen erleb­bar machen. Ziel ist es, gemein­sam ein Thea­ter für alle und von allen zu gestalten.

Anschlie­ßend: Verab­re­dun­gen und Per­spek­ti­ven für ein trans­kul­tu­rel­les Schultheater

Bün­de­lung der Ein­drü­cke aus den Pra­xis-Per­spek­ti­ven. Initia­ti­ven und Ver­ab­re­dun­gen für ein trans­kul­tu­rel­les Schultheater.

Ein sprach­ler­nend­esspiel-Pro­jekt

Johan­ne Bellersen

Die sprach­ler­nen­de Klas­se der Marie-Curie-Schu­le Ron­nen­berg hat sich mit Träu­men beschäftigt.

Bit­te Kopf­hö­rer mitbringen!

Anmeldung

Auf­grund der Coro­na-Beschrän­kun­gen dür­fen wir nur eine streng begrenz­te Zahl an Plät­zen ver­ge­ben, die zunächst über die Ver­bän­de ver­ge­ben wer­den (ab 13.10.). Die Rest­plät­ze kön­nen ab dem  25.10. (0 Uhr) gebucht werden.

Com­ing Soon

Dank

Bei der ZAT 2021 geht es im Wech­sel­spiel aus Pra­xis und Theo­rie um einen inten­si­ven Aus­tausch von Per­spek­ti­ven für ein trans­kul­tu­rel­les Schul­thea­ter sowie Ver­ab­re­dun­gen zu und Wei­ter­ent­wick­lung von glo­ka­len Schul­thea­ter­pro­jek­ten, auch im Hin­blick auf den 2022 statt­fin­den­den BVTS-Kon­gress „SCHULTHEATER. GLOKALITÄT”. Die­ser Pro­zess wird dan­kens­wer­ter Wei­se von Aidan Rie­ben­sahm mode­riert und durch PD Dr. Ole Hrusch­ka und Student*innen (Leib­niz Uni­ver­si­tät Han­no­ver) reflek­tiert. Herz­li­chen Dank allen Mit­wir­ken­den die­ser Tagung! 

Beson­de­rer Dank gilt Ste­fa­nie West­phal und Chris­ti­an Krü­ger, die mit Tonio Kempf die­ses Pro­gramm orga­ni­siert haben, und der gro­ßen Unter­stüt­zung durch die Bun­des­aka­de­mie Wol­fen­büt­tel, ins­be­son­de­re von Bir­te Wer­ner bei den Vor­pla­nun­gen und Marc-Oli­ver Kram­pe und Jörn Stein­mann im Hin­blick auf die kon­kre­te Durch­füh­rung. Die­se Tagung ist nur mög­lich durch die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung durch die BAG Spiel & Thea­ter e.V. aus Mit­teln des BMFSF und des Kin­der- und Jugendplans.

Forum Schultheater

Ästhetische Erfahrungs­Räume erfinden, erproben und gemeinsam gestalten. Die Räume des FORUMS präsentieren zentrale Arbeitsbereiche des BVTS und vernetzen Theater­lehrer, Theater­schü­ler, Theater­pädagogen, Theater­studierende, Theater­schaffende und Theater­dozierende im KLUB.
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